Vom World Café zum neuen Verkehrskonzept

Polyfeld Verkehr

Im September 2009 hat die Gemeinde Organisationen, Kommissionen und Parteien aus Muttenz eingeladen, ihre Anliegen in der Erarbeitung des Masterplans Polyfeld zu formulieren. World Café nannte sich der Workshop, und zahlreiche Muttenzerinnen und Muttenzer nahmen teil. Diese Zusammenarbeit mit der Bevölkerung war eminent wichtig und die Resultate daraus sind direkt in den Masterplan eingeflossen. Neben dem Nutzungsmix, Freiraum, Energie, Finanzierung und Vereine/Sport war das u¨berarbeitete Verkehrskonzept im Polyfeld Muttenz ein Kernthema der Veranstaltung. Am Beispiel des Verkehrs zeigen wir auf, welcher Prozess zum Resultat des fertigen Masterplans gefu¨hrt hat:

Verdichtung und gesteigerte Nutzung

Das Mengengerüst des Masterplans sieht auf vielen Ebenen Verdichtung vor. So entsteht im Polyfeld mehr Wohnraum, mehr Schulen werden angesiedelt und auch die gewerblichen Nutzungen werden verdichtet. Gleichzeitig verlangt der Verkehr, wie er bis anhin im Quartier geherrscht hat, dringend nach Neuorganisation.

Auf der einen Seite wird das Polyfeld also wesentlich mehr genutzt als bisher. Und auf der anderen Seite soll ein angenehmes, fussgänger- und velofreundliches und sicheres Quartier ohne Schwerverkehr entstehen.

Umordnung als Chance

Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, entpuppt sich als Chance: im Zuge der Verdichtung kann auch der Verkehrsfluss neu gelenkt werden. Gewerbliche Nutzungen werden im Randgebiet mit direktem Anschluss an die Autobahnausfahrt konzentriert. Das bedeutet kürzere Anfahrtswege und effizientere Verkehrsführung für Zubringer. Zum Anderen bringt es mit sich, dass eben dieser Verkehr nicht mehr quer durch das ganze Polyfeld geleitet wird.

Vom Durchgangsverkehr zur Begegnungszone

Damit war eine Voraussetzung geschaffen, das gesamte Strassenkonzept im Polyfeld zu überarbeiten. Teile des Quartiers werden zur 30er Zone, die Strassen werden architektonisch aufgewertet und mit breiten Trottoirs und Plätzen ergänzt. Von der Schwerverkehr-Durchgangszone wird der Strassenraum so zum Bewegungs- und Begegnungsort, der zum Verweilen einlädt.

Mehr Nutzung, mehr Verkehr, mehr Sicherheit – ein Widerspruch?

Doch der Schwerverkehr ist nicht das einzige Thema: Durch die verdichteten Nutzungen wird das Polyfeld deutlich intensiver genutzt, mehr Menschen wohnen, arbeiten und lernen hier. Das bringt auch mehr Personenverkehr. Und dieser Personenverkehr wird gleich auf mehreren Ebenen angegangen: Ein grosses zentrales Parkhaus als Teil der Sanierung der Deponie Feldreben bietet genügend Platz für Personenwagen. Der Bahnhofsplatz wird stark aufgewertet und lädt ein, vermehrt die Bahn zu nutzen. Busse verkehren in höherer Frequenz, um eine optimale Anbindung zu gewährleisten. Durch den langen parkähnlichen Grünzug wird das Polyfeld direkt mit Muttenz und der 14er Tramlinie verbunden. Und die Velo- und Fussgängerwege werden stark ausgebaut. Mehr Nutzung muss also nicht zwangsläufig mehr motorisierten Verkehr und weniger Sicherheit bedeuten. Im Gegenteil – durch das neue Parkplatz- und Verkehrskonzept kann dafür gesorgt werden, dass sich der Verkehr im Verhältnis zur Nutzung in Zukunft massvoll und kontrolliert entwickeln wird. Voraussetzung für Begegnung, Lebensqualität und Sicherheit. Einer von vielen Schritten in die Zukunft.

Erfahren Sie mehr… »